Georg Doerr

Doerr – Ad: Wissenschaftliche Gutachten: „Muttermythos ..“

 

„Der eigentliche argumentative Kern der Arbeit wird ansatzweise im Rahmen der zweiten These (S. 11-13;) formuliert, wenn Vertreter der Frankfurter Schule, u. a. Horkheimer, Adorno und andere als ‚links‘ apostrophierte Theoretiker als Profiteure des vorverarbeiteten antiken mythischen Materials enttarnt werden sollen. Im Übereifer kommt es dabei gelegentlich zu kuriosen Umstellungen der Wahrnehmung wie zum Beispiel auf S. 13, wo vermerkt wird, dass nicht nur Benjamin und Horkheimer ‚kulturkonservative Positionen in ihr Werk integriert‘ hätten, sondern auch ‚die Neuheiden‘ entsprechende Elemente in ihr Programm aufgenommen hätten, was wohl nicht als sehr überraschend gesehen werden darf.“

Zitat aus dem wissenschaftlichen Gutachten von Prof. Dr.  Jürgen Wertheimer (Deutsches Seminar der Universität Tübingen) zur Dissertation von Georg Doerr: Muttermythos und Herrschafts-mythos. Zur Dialektik der Aufklärung um die Jahrhundertwende bei den Kosmikern, Stefan George und in der Frankfurter Schule. Würzburg: Königshausen & Neumann 2007.
Zur wissenschaftlichen Seriosität von Herrn Wertheimer siehe ganz unten auf dieser Seite: PLAGIAT WERTHEIMER

Schon bei der ersten Lektüre der beiden, fast um ein Jahr verspäteten, Gutachten meiner im Juli 2005 an der Neuphilologischen Fakultät der Universität Tübingen eingereichten Dissertation fielen mir die schweren wissen-schaftlichen Mängel und die politisch-ideologische Voreingenommenheit in den beiden Gutachten von Prof. Dr.  Jürgen Wertheimer und Prof. Dr.  Andreas Kilcher auf, zumal sich beide Gutachten auf das hilflose, in jeder Hinsicht unbedarfte und meine Dissertation ablehnende Vorgutachten der damaligen Assistentin Jürgen Wertheimers, PD Prof. Dr.  Julia Genz, stützten. — Zu meiner Überraschung musste ich bei der Lektüre des Erstgutachtens schnell feststellen, dass Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, auf Grund eines von ihm nicht (!) verstandenen (!) Satzes meiner Arbeit, mich für wissenschaftlich unzurechnungsfähig hält (s.o. u. s. u.).
Herr Prof. Dr. Wertheimer bezieht sich in seinem wissenschaftlichen Gutachten bei seinem Versuch, mir bei meiner angeblichen ‚Enttarnung linker Theoretiker’ einen pathologischen Zustand zu attestieren („Im Übereifer kommt es dabei gelegentlich zu kuriosen Umstellungen der Wahrnehmung“), auf folgenden Satz meiner Dissertation:

Nicht nur Benjamin, Horkheimer und Adorno haben kulturkonservative Positionen in ihr Werk integriert, auch die Neuheiden (d.h. die Kosmiker und Stefan George) nahmen fast zwangsläufig messianische, geschichtstheologische und eschatologische Elemente in ihre Systeme auf.“

Im Buch S. 17, Kap. 4.1 siehe auch: Google Books S. 17, Kap. 4.1; dort kann der inkriminierte Satz im ihn explizierenden Kontext gelesen werden. Aber auch ohne den nachfolgenden Text zur Kenntnis zu nehmen, ist jedem durchschnittlich Gebildeten (Abitur) bei der Lektüre des von Herrn Wertheimer ‚analysierten‘ Satzes klar, dass die Neuheiden nicht „entsprechende Elemente“ (Wertheimer), also „kulturkonservative Positionen“, sondern „messianische, geschichtstheologische und eschatologische“ [scil. Positionen] in ihr Werk integriert haben.
Herr Prof. Dr.  Wertheimer hat also bei seiner wissenschaftlichen Begutachtung meiner Dissertation den Satz, an dem er bei mir den Verlust der intellektuellen Kontrolle nachweisen wollte, schlicht nicht verstanden, obgleich es sich um einen ganz leicht verständlichen deutschen Satz handelt. Ich habe bei der Verteidigung meiner Dissertation im RIGOROSUM Herrn Wertheimer diesen Satz vor der Prüfungskommission erklären müssen (wörtlich: „Herr Wertheimer, darf ich Ihnen den Satz erklären?“) und Herr Wertheimer musste nach meiner Erklärung (“ … Subjekt … Prädikat … Objekt … …“) auf meine Frage, ob er den Satz jetzt verstanden habe, mit einem schlichten „Ja“ antworten.
Der von Herrn Wertheimer in seinem wissenschaftlichen Gutachten erhobene Vorwurf, ich versuche in meiner Dissertation ‚linke Theoretiker‘ als ‚Profiteure des vorverarbeiteten antiken mythischen Materials‘ zu ‚enttarnen‘, ist zudem lächerlich und zeugt von völliger Unkenntnis des Sachverhaltes und der jedermann leicht zugänglichen Forschungsliteratur. Spätestens seit den 70-ger Jahren wird Walter Benjamins Rezeption des Werkes von Ludwig Klages und damit dessen Einfluss auf die Frankfurter Schule in einer immer weiter sich verzweigenden Forschungsliteratur behandelt. Diese wird auch von mir ausgiebig zitiert. Verschiedentlich betone ich in meiner Dissertation, dass ich längst bekannte Forschungsansätze nur vertiefen bzw. mit besonderen Bezug auf den Mythos (die Mythologie) weiterentwickeln möchte (siehe auch die Bibliographie meiner Arbeit). Diese Teile meiner Arbeit muss Herr Wertheimer bei seiner wissenschaftlichen Begutachtung ‚überlesen‘ haben. Schon aus dem Briefwechsel Adorno-Benjamin kann im übrigen jeder Interessierte die aus der Sicht beider Briefschreiber notwendige Auseinandersetzung gerade mit der Philosophie von Ludwig Klages herauslesen.
Hier noch einmal das Original-Zitat aus dem Gutachten Wertheimer, mit dem er – im Bewusstsein seiner geistigen Überlegenheit und seiner (vermeintlich) richtigen politischen Gesinnung — seine Häme in Hinblick auf meine (angeblich) rechte Gesinnung auskosten und mich coram publico (vor der Prüfungskommission) lächerlich machen wollte:
„Der eigentliche argumentative Kern der Arbeit wird ansatzweise im Rahmen der zweiten These formuliert, wenn Vertreter der Frankfurter Schule, u. a. Horkheimer, Adorno und andere als ‚links‘ apostrophierte Theoretiker als Profiteure des vorverarbeiteten antiken mythischen Materials enttarnt werden sollen. Im Übereifer kommt es dabei gelegentlich zu kuriosen Umstellungen der Wahrnehmung wie zum Beispiel auf S. 13 (im Buch S. 17f, siehe: Google Books S. 17, Kap. 4.1), wo vermerkt wird, dass nicht nur Benjamin und Horkheimer ‚kulturkonservative Positionen in ihr Werk integriert hätten, sondern auch ‚die Neuheiden‘ entsprechende Elemente in ihr Programm aufgenommen hätten, was wohl nicht als sehr überraschend gesehen werden darf.“ (Die stilistische Eleganz der Auslassung von Prof. Dr.  Jürgen Wertheimer, die vor allem im abschließenden Nebensatz deutlich wird, soll hier nicht kommentiert werden).
Diese schwere wissenschaftliche Fehlleistung eines „ordentlichen“ Professors der Germanistik und Komparatistik (eine unter anderen, im Zweitgutachten von Prof. Dr. Andreas Kilcher finden sich mehrere gleichwertige Fehlleistungen) hatte an der Neuphilologischen Fakultät der Universität Tübingen keinerlei Folgen. Es erhebt sich aber die Frage, ob nach diesem Vorfall (diesen Gutachten, diesem Rigorosum) nicht umgehend eine erneute wissenschaftliche (!) Begutachtung der eingereichten Dissertation hätte in die Wege geleitet werden müssen. — Während an die wissenschaftliche Korrektheit von Promotionen höchste Ansprüche gestellt werden — so wurde der früheren Ministerin Annette Schawan nach 30 Jahren wegen fragwürdiger Zitierweise ihr Doktortitel aberkannt — können in wissenschaftlichen Gutachten, jedenfalls am Deutschen Seminar der Universität Tübingen, sowohl (grundlose) Beleidigungen des Doktoranden („kuriose Umstellungen der Wahrnehmung“) als auch geballter Schwachsinn stehen  (‚Enttarnung‘ … „als ‚links‘ apostrophierter Theoretiker“), ohne dass das für den Verfasser des Gutachtens — oder das von ihm verantwortete Promotionsverfahren — irgendwelche Konsequenzen nach sich zieht.

Meine an der Neuphilologischen Fakultät der Universität Tübingen eingereichte Dissertation ist bereits 2007 bei Königshausen & Neumann als Buch erschienen. Beide Gutachter hatten zwar meine Arbeit nicht vollständig abgelehnt, nur schlecht bewertet, vor deren Publikation aber eine vollständige Umarbeitung des umfangreichen Typoskripts gefordert. Die Prüfungskommission ist ihnen weder in der Bewertung der Dissertation noch in der Auflage einer vollständigen Umarbeitung des Textes vor einer Publikation gefolgt. Bei Befolgung der ‚dringenden Empfehlung‘ zur Umarbeitung, wie sie am Ende des Gutachtens von Prof. Dr.  Andreas Kilcher gefordert wird („Eine Publikation der Arbeit kann auch in der vorliegenden Fassung nicht empfohlen werden; es wird dringend empfohlen, die hier angesprochenen Einwände ernst zu nehmen und zu beheben“), wäre die Publikation des Buches: „Muttermythos und Herrschaftsmythos …“ ad calendas graecas verschoben worden — und das war sicher die Absicht, die hinter der sinnlosen Forderung nach einer ‚vollständigen Umarbeitung‘ stand.
Auf der Seite „Rezensionen von Muttermythos … “ dieser Homepage sind die seit der Veröffentlichung des Buches erschienenen Besprechungen nachzulesen: https://georgdoerr.net/rezensionen/.
Siehe zum damaligen Promotionsverfahren auch meinen — unkommentiert gebliebenen — Leserbrief an das ‚Schwäbisches Tagblatt‘ (Lokalteil Tübingen) vom 10.3. 2010.:
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten_artikel,-Ueber-Nacht-geloescht-_arid,94541_print,1.html

Plagiat von Prof. Dr.  Jürgen Wertheimer

In seinem Werk „Krieg der Wörter. Die Kulturkonfliktslüge“ hat Herr

Wertheimer ein längeres Zitat aus dem Buch eines anderen Autoren,

ohne dies kenntlich zu machen, wörtlich in seinen Text übernommen

(s.u.). Es handelt sich dabei um das Buch: „Die Juden in Deutschland von

der Römerzeit bis zur Weimarer Republik“ von Tim N. Gidal. Der in

wissenschaftlichen Gutachten auf Grund seiner vermeintlich richtigen,

weil ‚antifaschistischen‘ Gesinnung so streng urteilende Prof. Wertheimer

(s.o.) nimmt es selbst mit der wissenschaftlichen Sorgfalt nicht so genau

und bedient sich ungeniert am geistigen Eigentum anderer. — Prof. Tim

N. Gidal (eigentlich Ignatz Nachum Gidalewitsch) war ein 1909 in

München geborener jüdischer Gelehrter, der Deutschland im Jahre 1936 in

Richtung Palästina (siehe: EXODUS …) verlassen musste …

 

 

 

[…] Die ganze Absurdität des frühneuzeitlichen Doppelbeschlusses in Sachen Judentum lässt sich exemplarisch anhand der Vorgehensweise Martin Luthers dokumentieren. Anfangs hoffte er, die Juden zum christlichen Glauben, wie er ihn verstand, zu bekehren. In seiner Schrift Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei (1523) plädierte er für Toleranz und wies die Anschuldigung des Ritualmords und der Hostienschändung zurück. Bei den Juden erweckte Luthers Kampf gegen das Papsttum die Hoffnung auf Verständnis für ihren Glauben und auf menschliche Behandlung. Als sie aber bei ihrer eigenen Religion blieben, beschimpfte sie Luther wegen ihrer „Halsstarrigkeit“ und schlug vor, dass „dies verworfene Gezücht der Juden, ekelerregendes Gewürm“ zur Zwangsarbeit geschickt werde, dass man ihnen ihre Heiligen Schriften wegnehmen und ihre Synagogen und Häuser verbrennen solle. Die Juden verstanden die Diskrepanz zwischen der proklamierten Nächstenliebe der christlichen Kirchen und den Mitteln der Demütigung und Folter nicht, womit Andersgläubige zum rechten Glauben bekehrt werden sollten. Bei Todesgefahr konnten sie es aber damals noch nicht wagen, theologische Einwände gegen das Christentum vorzubringen. Zur selben Zeit, als er die Juden attackierte, übersetzte Luther die Bibel mit Liebe und Ehrfurcht ins Deutsche. Als Vorlage benutzte er für das Alte Testament möglichst den traditionellen hebräischen Text, die palästinensische Massora in Handschriften aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Mit seinem trotz mancher Übersetzungsfehler genialen Werk machte Luther das deutsche Volk auch mit der Bibel der Juden bekannt. Dies verhinderte vielleicht für lange Zeit, dass Luthers bösartige Ausbrüche gegen die Juden breiten Widerhall finden konnten. Die Bibel wurde eine Quelle der Inspiration für Künstler, Dichter und Musiker. […]

(Jürgen Wertheimer: Krieg der Wörter. Die Kulturkonfliktslüge. Marburg: LiteraturWissenschaft.de, 2003. S. 117-118)

 

 

 

Einer der erbittertsten Gegner der Juden war der Reformator Martin Luther. Anfangs hoffte er, die Juden zum christlichen Glauben, wie er ihn verstand, zu bekehren. In seiner Schrift „Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei“ (1523) plädierte er für Toleranz und wies die Anschuldigung des Ritualmords und der Hostienschändung zurück.
Bei den Juden erweckte Luthers Kampf gegen das Papsttum die Hoffnung auf Verständnis für ihren Glauben und auf menschliche Behandlung. Als sie aber bei ihrer eigenen Religion blieben, beschimpfte sie Luther wegen ihrer „Halsstarrigkeit“ und schlug vor, daß „dies verworfene Gezücht der Juden, ekelerregendes Gewürm“ zur Zwangsarbeit geschickt werde, daß man ihnen ihre Heiligen Schriften wegnehmen und ihre Synagogen und Häuser verbrennen solle. Die Juden verstanden die Diskrepanz zwischen der proklamierten Nächstenliebe der christlichen Kirchen und den Mitteln der Demütigung und Folter nicht, womit Andersgläubige zum rechten Glauben bekehrt werden sollten. Bei Todesgefahr konnten sie es aber damals noch nicht wagen, theologische Einwände gegen das Christentum vorzubringen.
Zur selben Zeit, als er die Juden attackierte, übersetzte Luther die Bibel mit Liebe und Ehrfurcht ins Deutsche. Als Vorlage benutzte er für das Alte Testament möglichst den traditionellen hebräischen Text, die palästinensische Massora in Handschriften aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Mit seinem trotz mancher Übersetzungsfehler genialen Werk machte Luther das deutsche Volk auch mit der Bibel der Juden bekannt. Dies verhinderte vielleicht für lange Zeit, daß Luthers bösartige Ausbrüche gegen die Juden breiten Widerhall finden konnten. Die Bibel wurde eine Quelle der Inspiration für Künstler, Dichter und Musiker.

(Tim N. Gidal: Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik. Gütersloh: Bertelsmann, 1988. S. 13)

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